Was hat mir geholfen?

Hier finden Sie verschiedene Hilfestellungen die Ihnen dabei helfen sollen einen Überblick über das Thema PTBS zu bekommen, sowie Erfahrungsberichte erfolgreicher Genesungen.
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fauna
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Was hat mir geholfen?

Beitrag von fauna » Donnerstag 9. Juni 2016, 07:03

Hier ist Raum für all das, was dir geholfen hat auf deinem Weg.
Vielleicht kann ich zu etwas Neuem beitragen. Vielleicht kann ich mehr Energie aufbringen und mehr teilhaben. Vielleicht besitze ich mehr Kraft, als ich mir vorstelle.

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fauna
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Re: Was hat mir geholfen?

Beitrag von fauna » Donnerstag 9. Juni 2016, 07:06

Für mich war etwas vom Hilfreichsten, dass ich immer wieder geübt habe, einfach das wahrzunehmen, was gerade ist und mich nicht krampfhaft dagegen zu wehren, mich aber auch nicht einfach überfluten zulassen.
Anerkennen, was ist, manchmal EFT oder einfach atmen, dann bewusst in meinen Körper gehen und meinen Fokus auf etwas Konkretes richten. - Immer wieder und wieder. - Irgendwann wusste ich, das geht vorbei und irgendwann später, war es viel weniger stark und weniger oft und irgendwann reagierte ich fast gar nicht mehr.
Anfangs habe ich dafür meinen Therapeuten angerufen, weil ich es selber nicht geschafft habe, später konnte ich es allein.
Vielleicht kann ich zu etwas Neuem beitragen. Vielleicht kann ich mehr Energie aufbringen und mehr teilhaben. Vielleicht besitze ich mehr Kraft, als ich mir vorstelle.

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lotus
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Re: Was hat mir geholfen?

Beitrag von lotus » Donnerstag 9. Juni 2016, 08:00

Hallo, mir hat vor allem die Gerichtsverhandlung geholfen. Ich denke man sollte sie als direkte Konfrontation mit dem erlebten verstehen. Es war ein harter Weg, doch dieser Zahl sich aus.
- Solange Menschen denken, dass Tiere nichts fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
- Es ist kein Zeichen von Gesundheit an eine kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.

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Re: Was hat mir geholfen?

Beitrag von Alyfee » Sonntag 12. Juni 2016, 10:10

Also als ausgeheilt würde ich mich nicht bezeichnen. Ich glaube auch nicht, dass ich je ausgeheilt sein werde. Aber meine Sichtweise auf viele Dinge hat sich sehr verändert.

Ich habe sie Erfahrung gemacht, dass Akzeptanz ein wesentlicher Bestandteil von Heilung ist. Bevor ich Zustände ändern konnte, musste ich sie zunächst akzeptieren. Ein gutes Beispiel hier ist meine Selbstverletzung.
Früher habe ich mich furchtbar abgewertet. Ich habe versagt, bin dumm. Habe mich dafür geschämt.
Als ich dann nach Göttingen kam, habe ich einen neuen Umgang damit gelernt. Dort würde das nämlich akzeptiert, nicht bewertet aber trotzdem ernstgenommen. Das nahm viel viel Druck. Der Druck, den man durch die Flashbacks ja eh schon hat, würde noch durch diese Abwertungsgedanken verstärkt und führte bei mir dann erst Recht zu SSV.

Heute kommt es kaum noch dazu. Ich akzeptiere aber, dass es in manchen Phasen einfach passiert.

Genauso mit den Dissoziationen. Ich habe sie irgendwann als Teil von mir akzeptiert. Sie haben Ihren Sinn. Und erst als die Akzeptanz da war, könnte ich anfangen zu hinterfragen, ist das gerade notwendig, oder geht's auch ohne?
Heute nutze ich sie als Alarmzeichen, dass mir etwas zu viel ist. Das ist OK. Dann kann ich es das nächste Mal langsamer, dosierter angehen.

Ich arbeite mittlerweile nicht mehr gegen die PTBS, sondern mit ihr. Sie birgt auch Ressourcen, die ich für mich nutzen kann.
Alle sagten, es geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht.

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Re: Was hat mir geholfen?

Beitrag von Tafel » Sonntag 12. Juni 2016, 11:58

Als ausgeheilt betrachte ich mich auch nicht, ich halte es aber mittlerweile für möglich, dass ein großer Teil der Symptomatik sich sehr stark reduziert oder ganz verschwindet. Ob ich jemals ganz frei davon werden kann, wird sich zeigen. Ich habe dank des Klinikaufenthaltes bestimmte Zusammenhänge erkennen können und kann dadurch besser einschätzen, was ins Heute gehört und was nicht, was an Glaubenssätzen/Gedankefallen heute keine Gültigkeit mehr besitzt und wie sich das auf meine heutiges Verhalten auswirken kann. Ich habe ein anderes Verständnis und ein anderes Bewusstsein dafür, wie mein heutiges Verhalten von den Ereignissen der Vergangenheit beeinflusst wird. Gerade das Bewusstsein werde ich noch mehr schärfen müssen, um tatsächlich schneller zu merken, wann alte Gedankenmuster am Werke sind. Mich dabei in Geduld zu üben und mich nicht abzuwerten, wenn ich erst hinterher merke, dass und in welche Falle ich getappt bin, ist aktuell eine große Herausforderung. Und ein ganz wichtiges Ziel, von dem ich derzeit noch sehr weit entfernt bin, ist, dass ich mich mit meinen Schwächen und Stärken mögen kann.

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Re: Was hat mir geholfen?

Beitrag von Edam » Sonntag 12. Juni 2016, 17:49

Hm...was mir geholfen hat war wohl die richtige Diagnose zu allererst.(war ja lange Zeit nicht so und immer nur am Thema vorbei)

Dann kam eben noch die richtige Therapeutin hinzu, die von Trauma sehr viel Ahnung hat und all meine Schilderungen, auch mit der Fehldiagnose/Behandlung immer ernst genommen hat und wirklich sehr engagiert ist.(im Notfall erreichbar ist!)

Eine gute Psychiaterin, die nichts hinterfragt hat und mir die Zeit zum Reden gegeben hat, die ich brauchte...mir nötige Medikament verschreibt, ohne die es leider derzeit oder shcon länger nicht mehr geht.

Und auch der OEG-Antrag (soviel Kraft er auch gekostet hat und auch noch weiter läuft, weil es bis dato nur ein Etappenziel gab) hat mir sehr geholfen, weil er von allen unterstützt wurde (Familie mit Zeugenaussagen und Therapeutin/Psychiaterin mit ihren Berichten) und eben die Anerkennung mir sehr geholfen hat, daß die Geschehnisse auch als nicht haltbar eingestuft worden ganz offiziell.(das Geld in meinem Fall auch dringend nötig ist und mir sehr hilft)

Ansonsten wohl wieder zu wissen, daß es Hilfe geben kann/gibt...diesen Glaube hatte ich fast verloren.

Und zum Schluß kommt wohl dazu, daß ich gewisse Dinge halt annehme wie sie sind und akzeptieren lerne soweit machbar...weil sie eben nicht mehr änderbar sind und das Leben weiter fortgehen muß.(bringt nichts daran zu zerbrechen, auch wenn ich noch oft genug alles hinschmeißen möchte, aber so Tage haben sicher auch "Gesunde" in irgendeiner Form)

Und ja, das Forum war bei alldem wirklich eine Hilfe, das alles zusammen gut ergänzt hat und über die Zeiten hinweg geholfen hat, indem ich keine passende Therapeutin hatte und was eine Therapeutin auch nie hätte ersetzen können...vielen Dank nochmal an der Stelle an alle anderen hier.

Hinzu kommt wohl auch, daß ich Dinge hinterfragt habe und mich schlau gelesen hatte über die Jahre, weil ich unbedingt gesund werden wollte...oder zuminest wissen wollte, was ich denn habe.(ohne dieses Nachhaken und selbst auf sein Bauchgefühl hören und hier und da auch Kämpfer sein, hätte ich das alles wohl auch nicht geschafft.

Dennoch bin ich weit von Heilung entfernt, aber das muß es auch nicht mehr sein...solange genug Lebensqualität vorhanden ist und ich nicht am Leben komplett verzweifel, komme ich schon klar.(mal mehr mal weniger gut)

-------------------

Was mir derzeit sehr hilft, ist sich zu sagen und an dem Punkt zu kommen, daß man alles von früher hinter sich lassen möchte...es hat indem Sinne "keine Bedeutung" mehr, auch wenn es mein ganzes Leben geprägt hat...den Schmerz endlich loslassen wollen und können.(sich auf Dinge konzentrieren, die einem gut tun)
...out of order...

Yen
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Re: Was hat mir geholfen?

Beitrag von Yen » Donnerstag 16. März 2017, 13:01

Was mir hilft:
* Mir meinen Ist-Zustand immer wieder bewusst zu machen.
* Realitätscheck
* Mich selbst zu beobachten und ertappen.
* Zu Unterscheiden zwischen Tatsache und Interpretation
* Gedankenhygiene
* Den Druck raus nehmen
* Mich mit meinen Gefühlen auseinander setzen
* Meine unechten Gefühle erkennen und übersetzen .. das verstecke Bedürfniss dahinter erkennen
.. Ergänzung folgt.
Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Buddha

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