30// Therapieziele

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Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
sahara
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30// Therapieziele

Beitrag von sahara » Montag 24. Juli 2017, 13:41

- Therapieziele: Wohin möchte ich? Welche Erwartungen möchte ich mit meiner Therapie erfüllen

Ich habe mal Faunas Gedanken aufgegriffen und die heutige Woche mit diesem Thema belegt.

Therapie
Wie lange macht ihr schon Therapie, was versprecht ihr euch , was hofft ihr, was sich unbedingt noch bessern soll....
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

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Edam
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Re: 30// Therapieziele

Beitrag von Edam » Montag 24. Juli 2017, 18:33

Oh je...da greifst Du ein für mich ganz schwieriges Thema auf. :?

Wenn ich bedenke, was ich alles mal für Ziele hatte, dann so katastrophal retraumatisert wurde und damit alles was ich unbedingt wollte, den Bach runter gegangen ist.
Und in der jetzigen Traumatherapie auch erst begreifen mußte, daß ich nie wieder an dem Punkt komme bevor das geschehen ist und nur noch Schadensbegrenzung machen kann und diverse Folgen daraus einfach bleiben werden.Das war nochmal ein kleiner Weltuntergang, daher setze ich mir keine konkreten Ziele mehr.

Ich bin über jeden noch so kleinen Fortschritt einfach glücklich und möchte nicht mehr auf das Schauen, was ich alles verloren habe durch die Retraumatisierung vor allem.Einziges Ziel ist und bleibt soviel wie möglich für mich rauszuholen und Frieden zu finden, egal wie klein der auch sein mag. :mrgreen:
...out of order...

sahara
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Re: 30// Therapieziele

Beitrag von sahara » Dienstag 25. Juli 2017, 15:10

Therapie.... ein weiter Begriff und mit so viel Erwartung verbunden
Eigene Erwartungen , Erwartungen an den Therapeuten/in....

Was verspreche ich mir von dem Ganzen?! schon oft habe ich mich mit dieser Frage beschäftigt.
Zu Beginn der Therapieodyssee , so kann man das wohl bezeichnen, hatte ich große Hoffnung , dass alles irgendwie schon wieder in Ordnung kommt, ich meine Balance wiederfinde und mein Leben nun weiter seine geordneten Bahnen läuft.

Davon bin ich nun weit weg. Was aber nicht heißt, dass das Zurück in den Funktionsmodus sowieso ein gutes Therapieziel war. Das war mir damals nicht klar. Je länger ich mich mit mir selbst und meinem Innenleben befasse, umso kleiner sind meine Ziele und Erwartungen. Zu komplex ist das Ganze geworden und lässt sich nur in Begleitung und mit viel Geduld durch mich und mit mir sowie den Theras bewältigen.

Was wünsche ich mir für den Moment, worin soll mich meine Therapeutin unterstützen?....
Meine Baustelle ist gerade der Körper und meine Wahrnehmung, da benötige ich Feedback und hilfe bei der Reflektion zu problematischen Denkmustern, die sich darauf beziehen. Da soll unbedingt etwas verbessert werden, weil es mich sehr am Leben hindert.

Dann hilft mir die Therapeutin/ die Therapie einfach, weil sie da ist. Ich habe eine professionelle Begleitung an meiner Seite, die stabil da ist und mich aushält. Gerade das ist wichtig. Mich aushalten und halten, wenn al wieder gar nichts mehr gehen will.

Die stationäre Therapie bietet den geschützten Rahmen zur Bearbeitung des traumatischen Geschehens. Dafür bin ich dankbar, dort einen für mich passenden Ort gefunden zu haben. Ich erhoffe mir mit der Auseinandersetzung eine bessere Integration des Geschehenen und dass ich die bedürftigen inneren Kindanteile versorge und anerkenne. Dazu gehören auch die Introjekte , sie annehmen und für das innere System sich zu Nutze machen. Es geht nur zusammen, soviel habe ich schon begriffen.

Im ambulanten Setting steht für mich Alltagsbegleitung und auseinandersetzen mit den auftauchenden Problemem. Für intensive innere Arbeit planen wir manchmal eine Doppelstunde, das passt dann besser.
Ich hoffe irgendwann nicht mehr so intensiv am überleben sondern am Leben arbeiten zu können. Oft ist es noch ein Überleben. Manchmal und das in kleinen Momenten schon öfter , ist Leben spürbar. Gefühlte Momente des Seins. Das ist dann ein Erfolg, auch der Therapie.

Diese Momente mehr werden lassen und sich zu erlauben zu sein! So wie man ist, mit all dem , was in einem ist, das ist die Hoffnung ,weshalb ich Therapie mache und für mich benötige.
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

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Re: 30// Therapieziele

Beitrag von Fanti » Dienstag 25. Juli 2017, 18:37

Ich erhoffe mir durch die Therapie eine stabile Veränderung in mir drin.
Ja. Hm. Mehr brauche ich, für mich, gar nicht dazu sagen, glaube ich.

Mit Hilfe meiner Ergotherapeutin und meiner Thera in der Fachberatungsstelle geht es darum, meine inneren Anteile durch neue Erfahrungen und neues Wissen durch die Traumasymptome zu bringen.
Meine Sozialarbeiterin vom SpDi und meine Krisenberaterin sind für mich da, um mich im Alltag aufzufangen, wenn ich in der Krise bin.

Bei allen erfahre ich Verständnis, Empathie, und dass ich ausgehalten werde, egal, wie ich drauf bin. Und sie geben mir die Möglichkeit, im sicheren Rahmen auch neue Denkmuster und Gefühle auszuprobieren. Achja, und Zeit. Wichtiges Thema...
Ich habe Zeit, bei allen Vieren. Das brauche ich am Meisten.

Ich möchte momentan daran arbeiten, stabil zu bleiben, bis die stationäre Therapie losgeht. Danach geht die ambulante RPK weiter (Reha psychisch Kranker), damit ich wieder arbeiten gehen kann. Ich wünsche mir schon sehr, mot Hilfe der Therapie wieder so alltagstauglich zu sein, dass mein Leben kein Überleben ist.

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Re: 30// Therapieziele

Beitrag von gospelsinger » Donnerstag 27. Juli 2017, 16:57

Meine Ziele:

Stabilität über Wochen hinweg

Freude am Alltag

Nicht mehr stets ängstlich und wachsam sein

Selbstvergessen und entspannt sein im Tun und Genießen

Energie

Wieder leben wollen
Die Gedanken sind es, die das Leben des Menschen glücklich oder unglücklich machen.
Marc Aurel

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Re: 30// Therapieziele

Beitrag von tinkerbell » Donnerstag 27. Juli 2017, 17:34

Das ist eine gute Frage
Welche Ziele habe ich?
Wenn ich so drüber nachdenke gebe ich schon a bisserl was geschafft 😊
Da drinn in mir ist nicht mehr nur Chaos
Alles viel besser sortiert
Seit ich viele meiner früher abgespaltenen Anteile kenne und weiss was sie brauchen
Ist alles viel besser geworden
Auch die ,die nur auf Terror uns gegenüber aus waren,haben ihre Grenzen kennengelernt,und wer hier der Boss ist
Ich kann viel besser reden jetzt in der therapie
Passiert zwar immer noch dass ich bei bestimmten Themen einfach mich ausklinke aber dass wird besser ,auch eines meiner Ziele,nicht immer wegzudissozieren
Wenn's um ganz schlimmes geht
Da zu bleiben,versuchen es zu benennen der thera vertrauen dass sie uns nicht zu viel abverlangt in diesen Dingen
Dass vertrauen dass ich gelernt habe auf andere Menschen auszuweiten,nicht von vorne herein denken,der will mir was schlimmes ,oder so
Irgendwann so weit zu sein dass alles allein zu bewältigen
Ja so in etwa
LG tinketbell

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Re: 30// Therapieziele

Beitrag von sternenstaub » Freitag 28. Juli 2017, 05:41

anderes kopfkino (oft ist es bildergewitter/filme), in uns zuhause fühlen (vor allem Körper), weniger schmerzen/klinik meinte es sind körperflashbacks, mehr körpergesundheit, irgendwann eine lebbare körperlichkeit, keine suizidalität mehr. so inneren frieden bekommen, dass wir in ruhe von der welt verschwinden dürfen.

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fauna
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Re: 30// Therapieziele

Beitrag von fauna » Mittwoch 2. August 2017, 19:51

Danke fürs Aufnehmen meines Themenwunsches hier beim Wochenthema!

Therapie begleitet mich "nur" noch bei der Verbesserung meiner Lebensqualität vor allem bei der Arbeit. Da bin ich noch nicht so sicher wie ich mir wünsche.
Allerhöchstes Ziel in der Therapie (ich gehe noch alle paar Monate, manchmal alle paar Wochen in ein interdisziplinäres Zentrum für Systemtherapie) ist für mich: herausfinden, wer ich bin, was mir entspricht. Meine Gefühle fühlen und anerkennen. Geniessen, was ich alles habe und erleben darf, eigentlich "mein Sein geniessen", meine Ziele und Wünsche, auch Bedürfnisse erkennen und leben.
Vielleicht kann ich zu etwas Neuem beitragen. Vielleicht kann ich mehr Energie aufbringen und mehr teilhaben. Vielleicht besitze ich mehr Kraft, als ich mir vorstelle.

Vertrauen ist eine Entscheidung!

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