47// Angst vor Erfolg in der Therapie und im Leben

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Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
sahara
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47// Angst vor Erfolg in der Therapie und im Leben

Beitrag von sahara » Montag 20. November 2017, 11:55

Ich würde gern mal über "Angst vor dem Erfolg" austauschen.

Wovor habe ich Angst, wenn ich an Therapieerfolge denke?
Wovor habe ich Angst beim Gedanken, dass ich stark und fähig bin, dass ein gutes Leben für möglich ist?

Was ist für mich überhaupt Erfolg? - Das ist ja für jede/n was anderes.
Was bedeutet für mich Erfolg? - Und wovor habe ich dabei Angst, wenn ich es lebe?
Fauna hat ein Themenwunsch für diese Woche erstellt. Ich habe ihn hier hinein kopiert.

Eine gute Woche wünscht Sahara
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

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Edam
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Re: 47// Angst vor Erfolg in der Therapie und im Leben

Beitrag von Edam » Montag 20. November 2017, 13:01

Zuerst muß ich sagen, daß die Traumatherapie das Beste war was ich in meinem Leben gemacht habe...aber die Angst war riesig, daß es mir besser geht und es nun heißt, daß ich wieder gesund bin und erneut viel zu hohe Erwartungen an mich rangetragen werden.(da ich trotz der ganzen Fortschritte immer noch erwerbsunfähig bin, aber es geht mir emotional das erste Mal recht gut)

Des weiteren konnte ich den Fortschritt auch wenig genießen, weil es bisher immer so war, daß es danach immer wieder gekippt ist und ich einfach zuviel Angst hatte, daß es wieder passiert und ich auch noch mehr beweisen muß, daß ich dennoch krank bin.

Da mir als Kind jede Freude/Erfolge kaputt gemacht wurden, ist das Thema grundsätzlich für mich eher ein schwieriges Thema.
...out of order...

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fauna
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Re: 47// Angst vor Erfolg in der Therapie und im Leben

Beitrag von fauna » Mittwoch 22. November 2017, 12:23

Hallo Edam
Zuerst muß ich sagen, daß die Traumatherapie das Beste war was ich in meinem Leben gemacht habe...
Darüber freue ich mich sehr! :)

Angst vor Erfolg

Selbstverständlich war ich voll in diesem Thema drin, als ich den Themenwunsch notierte. Und ebenfalls selbstverständlich stehe ich heute schon wieder an einem neuen Ort.
Ich habe mich im Internet schlau gemacht und drei Fragen gefunden, resp. drei unterschiedliche Weltsichten oder Wertehaltungen dazu.

Was ist Erfolg? - Das ist verbunden mit Zielen, zB. Haus, Auto, Beruf, Familie, Beziehungen etc. - Manche Menschen sind sehr in diesem Ziel- und Erfolgsorientierten drin.

Für andere ist "Wohlsein" das Wichtigste, Wohlsein allein und mit anderen.

Es gibt aber noch etwas Drittes: Bestimmung
Wer seine/ihre Bestimmung gefunden hat ("den Platz im Leben" oder einen Sinn unabhängig von Erfolg und Wohlsein), kann Ziele verfolgen, aber auch das persönliche oder gemeinsame Wohlsein ist drin: Ich lebe meine Bestimmung. Es ist etwas, das ich für die "Welt als Ganzes" mache oder lebe. - Für jeden ist es etwas anders.

Dieser Gedanke tut mir gut und hilft mir in meiner aktuellen Krise. Ja, der Gedanke motiviert mich sogar.
Wovor habe ich Angst, wenn ich an Therapieerfolge denke?
Ich kann eigentlich schreiben: Wovor hatte und habe ich noch manchaml Angst, wenn ich an meinen Therapieerfolg denke?
Dass ich plötzlich für mich selber verantwortlich bin.
Dass nicht plötzlich alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Dass ich noch immer mit Gefühlen konfrontiert werde, die schmerzhaft sind.
Dass ich immer wieder Neues zu lernen habe mit all den damit verbundenen Gefühlen wie Unsicherheit, Angst etc. - Aber auch mit Konflikten und den dazugehörenden Gefühlen.
Wovor habe ich Angst beim Gedanken, dass ich stark und fähig bin, dass ein gutes Leben für möglich ist?
Was ist für mich überhaupt Erfolg? - Das ist ja für jede/n was anderes.
s . oben
Was bedeutet für mich Erfolg? - Und wovor habe ich dabei Angst, wenn ich es lebe?
Im Moment weiss ich nicht mehr genau, was für mich Erfolg ist, aber so wie ich oben geschrieben habe ist "Bestimmung" und "Sinn" wichtig geworden.

Angst habe ich vor Unsicherheit, vor Konflikt, vor dem Gefühl, abgelehnt zu werden oder ungeliebt / unbeliebt zu sein.
Vielleicht kann ich zu etwas Neuem beitragen. Vielleicht kann ich mehr Energie aufbringen und mehr teilhaben. Vielleicht besitze ich mehr Kraft, als ich mir vorstelle.

Vertrauen ist eine Entscheidung!

Ich bin ich - und ich mag mich! :)

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Edam
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Re: 47// Angst vor Erfolg in der Therapie und im Leben

Beitrag von Edam » Mittwoch 22. November 2017, 12:32

Danke fauna!

Wenn man an einem Punkt steht, andem man alles verloren hat und nur noch Angst davor hat, den Rest auch noch zu verlieren (das eigene Leben), dann stellt man sich eben all seinen tiefen Abgründen...egal wie groß die Angst ist.Es kann an so einem Punkt nur noch besser werden. :D

Und beweisen wir alle jeden Tag aufs neue unheimlichen Mut den Schritt nach vorne zu wagen, trotz Angst und Schmerz.Und Erfolg zu haben ist nicht immer nur mit guten Gefühlen verbunden, wer hoch steigt kann eben auch wieder tief fallen...gerade das Abgefangen zu werden kennen viele von uns ja gar nicht.
...out of order...

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