40// Therapieerfolge?

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Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
sahara
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40// Therapieerfolge?

Beitrag von sahara » Mittwoch 4. Oktober 2017, 10:59

Hallo alle zusammen,
die Woche ist in vollem Gange, ein Wochenthema ist noch nicht erstellt.
Deshalb habe ich ein neues Thea eingestellt.

Therapie" erfolge"
Woran merke ich, das es besser wird?
Was hat sich schon verändert?
Wann merke ich, dass es jetzt ausreichend ist und ich eine Therapiepause einlegen möchte?
Wann brauche ich vielleicht keine Therapie mehr?

Viele Fragen, die mir da durch den Kopf gehen,....
was sind eure Gedanken dazu?


liebe Grüße Sahara
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Edam
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von Edam » Mittwoch 4. Oktober 2017, 12:08

Die einzige wirklich helfende und sinnige Therapie ist meine jetzige Traumatherapie...alles davor hat es nur verschlimmert. Und eigentlich merkt man die ersten Erfolge nach ca. 1/2 Jahr, weil man vorab viel aufwühlt und das meist auch viel auslöst und dann allmählich sich erste Erfolge und Stabilitätsanzeichen entwickeln.
(ich finde eh, daß Therapie in Schüben passiert, oft hängt man lange durch, um dann richtig gute Erfolge in kurzer Zeit wahrzunehmen oder es kommen Rückschritte, die aber auch nochmal was auslösen und darauf folgen dann einige Fortschritte)

Die ersten Anzeichen für eine ev. Therapiepause habe ich letztends gemerkt...mir gehts seit Jahren den Umständen entsprechend recht gut und ich fühle öfter Frieden in mir, den ich bis dato gar nicht kannte, die Therapiespausen durch Urlaub waren viel eher aushaltbar und vor allem selber nötig und hat der Gedanke an eine längere Pause keine Panik mehr gemacht, meine Stunden laufen eh aus und mir steht eine 2 Jahresperre seitends der KK diesmal wirklich bevor.(wenn ich dann weiß, daß es auch nur mit Notfalltermine ausreichen kann in der Zeit, dann fühle ich mich noch versorgt und auch recht stabil, unabhängig ob ich über das OEG Verfahren noch Therapiestunen beantragen kann)
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sternenstaub
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von sternenstaub » Mittwoch 4. Oktober 2017, 17:09

leben noch, dass ist schon erfolg, auch wenn kk und manche ärzte es anders sehen.

sahara
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von sahara » Donnerstag 5. Oktober 2017, 16:33

Das Thema beschäftigt mich auch. Wir leben noch, schreibt Sternenstaub. Ja, wir auch noch.
Welche Veränderungen gibt es?
Ich komme besser mit meiner Familie zurecht, kann Grenzen setzen ,nicht immer, aber öfter. Mein Sohn triggert ab und an noch, dann kann ich mich in die Gegenwart reorientieren.
Ich habe eine Art der Innenkommunikation mit einzelnen inneren Anteilen und kann dadurch das innere Chaos besser einschätzen und etwas dafür tun, dass es besser wird. Das ist allerdings noch sehr ausbaufähig. Die Akzeptanz dessen, was da ist.Wer da ist.
Es gibt Tage , an denen kann ich für kurze Zeit Energie spüren. Und Freude wahrnehmen.
Und lesen geht abschnittsweise wieder besser.
Das svV ist deutlich zurück gegangen. Ich kann mehr dagegen tun.

Eigentlich doch schon eine Menge an Veränderung, die möglich geworden ist. Wichtig ist die therapeutische Begleitung für uns aber noch sehr. Ich merke das, wenn ein Termin mal ausfällt oder lange Zeit durch Urlaub keinen Therapie stattfindet, das ist dann schon schwer.
Einige Baustellen gibt es noch. Sogar sehr viele, Aber hier geht es ja um Erfolge und Veränderungen.
Ich hoffe eines Tages nicht mehr so krisengeschüttelt und am Leben mehr teilhabend zu sein. In kleinen Schritten
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von Edam » Donnerstag 5. Oktober 2017, 18:16

Ja, daß ich hier sitze und noch lebe ist eigentlich auch eher ein kleines Wunder und weitaus mehr als manch einer denkt! Und es ist das Wichtigstes an allem...weiter machen und nicht aufgeben. ;)
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Fanti

Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von Fanti » Donnerstag 5. Oktober 2017, 19:06

Ich glaube, ich mache keinen einzigen Fortschritt :doh:

Ich hänge mich an Winzigkeiten auf. Wie soll es auch anders laufen, wenn dauernd Kliniken dazwischenkommen, Leute ewig im Urlaub sind und so?
Ich schaffe es mittlerweile manchmal, bei meiner Ergotherapeutin was zu trinken. Daran arbeite ich seit 3 Jahren...
Dahinter steckt ein Trauma, das ich hier nicht ausführen mag. Aber es war ein Kampf, mich das mal zu trauen.
Lächerlich sowas, aber ich bin ja da, weil ich gestört bin....

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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von Edam » Donnerstag 5. Oktober 2017, 19:46

Nein Fanti, das ist nicht lächerlich...ich habe auch jahrelang gebraucht um vor anderen zu trinken und zu essen.

(zumindest fremden Menschen und in der Öffentlichkeit...auch das hat mit früher zu tun, weil jedes Essen in einer lieblosen Situation statt fand, kein reden und nur unerträgliche Stille oder Motzen und oft eher Zwang war..da vergeht einem alles, vor allem wenn jede Geste/Wunsch falsch war)

Und sowas braucht Zeit, um auszuheilen!(jeder noch so kleinste Fortschritt zählt)
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rainbow13
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von rainbow13 » Donnerstag 5. Oktober 2017, 20:50

Ich habe meinen Therapeuten einmal gefragt, woher er die Geduld nehme, mir die Zeit zu geben, die ich brauche und ob es nicht frustrierend sei zu merken "endlich lässt sie mich näher an sich ran" und in der nächsten Sitzung ziehe ich mich wieder zurück. Er hat mir geantwortet, nein, denn er schaue den ganzen Prozess an und so merke er sehr wohl, dass ich Fortschritte mache. Aber wenn er immer nur die einzelnen Momente anschauen würde, wäre es sehr frustrierend. Mir gefällt dieses Bild vom Ganzen Anschauen, wenn ich schaue, was sich alles bewegt hat über den ganzen Prozess, kann ich die Veränderungen auch sehen, aber wenn ich nur das momentane Gefühl anschaue, habe ich das Gefühl stecken zu bleiben.
Liebe Grüsse
rainbow

N'arrête jamais de croire en l'espoir,
car des miracles arrivent chaque jour!

Esther✨

Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von Esther✨ » Donnerstag 5. Oktober 2017, 21:49

Danke! Es tut gut, Eure Erfahrungen zu lesen. Ich mache schon so lange Therapie, dass es manchmal so frustrierend ist, dass es sich anfühlt, als wäre ich dumm und es würde nie besser...

sahara
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von sahara » Freitag 6. Oktober 2017, 14:35

@ Esther Nein Therapie ist ein langer Weg zu einem besseren Leben. Und dumm bist du sicher nicht,liebe Esther.
Sonst wärst du nicht da , wo du heute bist. Noch da und weiter am Leben.


Es kommt einem oft so klein vor und mein Leistungsanteil ist frustriert. Wir müssten doch schon viel weiter sein.
Das Bewerten nach früheren Maßstäben ist nicht mehr möglich, weil es ein Früher nicht mehr gibt. Früher, wo das Funktionieren eine Überlebensstrategie war. Ohne hinter die eigenen Kulissen sehen zu müssen. Das geht nun nicht mehr.
Und vielleicht bietet das nicht mehr alles müssen und können ja neue Sichtweisen zu einem anderen Leben.
Der Therapeut ist Begleiter auf diesem Weg, mit all den Höhen und Tiefen , den Rückschritten, die plötzlich neue Erkenntnisse bringen.
Gehen müssen wir alleine.
Das ist schon schwer. Würde man doch am liebsten die verletzten inneren Kleinen und die bedürftigen dem Therapeuten auf die Couch setzen und sagen, nun mach das mal wieder gut. Die gehören nicht zu mir. Aber sie gehören zu mir. Das anzuerkennen und genau zu wissen, dass man selbst der einzige ist, der das auch machen kann, ist wohl schon ein Therapieerfolg.
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von gospelsinger » Sonntag 8. Oktober 2017, 13:08

Nun habe ich nach anderthalb Jahren endlich wieder eine Therapeutin. Eine erfahrene Traumatherapeutin, die breit ist, den Weg mit mir zu gehen. Ich habe im Verlauf der vergangenen neun Jahre drei Therapeutinnen gehabt und 77 Wochen Klinikaufenthalte, zwei Selbstmordversuche. Im Rückblick kam es mir wie sinnloses Chaos vor. Doch die therapiefreie Zeit hat auch erstaunliche Erkenntnisse hervorgebracht. Ich habe vieles gelernt. Vorallem, dass die Therapeutin mir keine liebende Mutter und kein Vater, der seinen Körper bei sich behält, sein kann. Ich kann mit den Traumata gelassener umgehen. Was ich lernen will ist, mich wieder zu fühlen, Emotionen zuzulassen, Freude im Leben zu spüren, Selbstvertrauen, weniger Angst. Ich habe verstanden, dass nur ich mich heilen kann, der Therapeut mich auf den Weg begleitet und anleitet. Ich kann mich nicht zurücklehnen und sagen "Nun machen sie mal schön".

Wann ich austherapiert bin? Woran ich das festmache? Keine Ahnung. Das ist wohl noch ein langer Weg.
Die Gedanken sind es, die das Leben des Menschen glücklich oder unglücklich machen.
Marc Aurel

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fauna
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von fauna » Sonntag 15. Oktober 2017, 09:08

Ich kann einfach über sehr grosse Veränderungen in meinem Leben berichten.

Die einen sind sicher auf Therapie zurückzuführen, andere nicht, alle aber auf eine grosse Lernbereitschaft und ein riesiges Interesse im emotionalen Bereich.

Anfangs der 20iger hatte ich einen Schüler, der das 1x1 einfach nicht lernen konnte, aber in meiner persönlichen Wahrnehmung sehr intelligent war: Er konnte einen Mofamotor auseinandernehmen und wieder zusammenflicken. Das Mofa lief nachher! - Das mit 11 Jahren.

Das prägte mich sehr und war ein wichtiger Motor für mich, mich mit "Lernen" auseinander zu setzen. Die Zusatzausbildung in Schulischer Heilpädagogik öffneten mir die Augen für die Wahrnehmung und die Kommunikation, damit auch für systemische Sichtweisen und den Konstruktivismus etc.
Ich entdeckte das NLP, Kinesiologie, systemisches Coaching etc. Vieles in dieser Richtung half mir mehr auf meinem beruflichen und privaten Weg als das Psychologie- und Pädagogikstudium, das ich dann auch nach 6 Semestern abbrach.

Auf diesem Weg entdeckte ich auch die "emotionale Intelligenz" nach Goleman. Damit beschäftigte ich mich sehr lang, vor allem mit den fünf Grundfähigkeiten, aber auch Traumaarbeit gehörte dazu. Arbeit mit "Minitraumata", die zu Symptomen führen, aber auch von sehr krassen Traumata.

Meine grössten Erfolge auf diesem Lernweg:
- Ein neues Selbstbild: ich bin ok. Ich darf so sein. Meine Gefühle und Gedanken sind ok aber nicht unbedingt wahr. Ich bin wertvoll. Ich bin beliebt und eine angenehme Frau. Ich bin eine gute Freundin. Es ist gut, wenn ich ehrlich und offen bin. etc.
- Ein freudvolles Leben
- Viele gute Gefühle, schmerzhafte und unangenehme Gefühle dürfen aber sein.
- Ja, Lebensfreude ist ein sehr grosser Erfolg und eines der schönsten Geschenke in meinem Leben:
Freude an meiner Arbeit.
Freude in meiner Freizeit.
Freude mit meinen Kindern und Enkeln
Freude in der Natur
Freude, wenn ich an meine Zukunft denke


Ein grosser Erfolg sind mein neues, spontanes, positives (oder realistisches) Denken: Heute Nacht kamen mir plötzlich die Ansprüche bei meiner Arbeit in den Sinn und was noch zu tun ist. Sofort meldete sich der Gedanke: Es wird nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird. Du hast bis jetzt alles gut hingekriegt. Lass los, entspann dich, am Montag nimmst du dir Zeit. Das kriegst du hin! :D

Ein weiterer grosser Erfolg: Nicht nur ich darf sein, wie ich bin - das dürfen auch die anderen. Und ich darf sie auch so nehmen, wie es gut ist für mich. Sie dürfen so sein, aber ich muss keinen Kontakt mit ihnen pflegen, wenn sie mir nicht gut tun. Wenn ich Kontakt pflegen MUSS (Arbeit, Amt etc.), dann weiss ich, dass diese Menschen ein Problem haben, das ich nicht zu meinem machen muss. Ich darf mich abgrenzen und bei meinem eigenen Ziel bleiben und mich darauf ausrichten. - Damit schütze ich mich vor mit Ärger verlorener Zeit.

Ja :D - Wissen, was ich möchte, und mich nicht von der Meinung anderer irritieren lassen, ist auch ein guter Erfolg! :D - Da habe ich noch Luft nach oben, aber das ist ja eigentlich schön. Denn so habe ich noch viel zu entdecken. :D
Zuletzt geändert von fauna am Sonntag 15. Oktober 2017, 09:13, insgesamt 1-mal geändert.
Vielleicht kann ich zu etwas Neuem beitragen. Vielleicht kann ich mehr Energie aufbringen und mehr teilhaben. Vielleicht besitze ich mehr Kraft, als ich mir vorstelle.

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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von Tafel » Sonntag 15. Oktober 2017, 09:10

Meine Therapieerfolge sind u. a., dass ich mich nicht umgebracht habe und es geschafft habe, es nicht zu versuchen. Ich habe mit den schlimmeren Selbstverletzungen aufgehört, die Haut um meine Nägel leidet in sehr angespannten Zeiten noch. Ich habe feststellen dürfen, dass ich sehr mutig sein kann, auch wenn ich darauf nicht so zugreifen kann, wie ich mir das wünsche. Ich habe es geschafft, mich finanziell wieder auf die eigenen Füße zu stellen.

Ich habe gelernt, mit extremen Gefühlen so umzugehen, dass mich heftigere Erlebnisse (mit anderen Menschen) nicht mehr komplett aus der Bahn werfen. Die Emotionsregulation funktioniert auf jeden Fall besser. Wirklich stabil fühle ich mich trotzdem noch nicht. Ich vermute, dass noch einiges aufzuarbeiten ist, das besonders mit meiner Mutter zusammenhängt. Ich wünsche mir, dass ich mich irgendwann wirklich mag mit meinen Stärken und Schwächen. An manchen Tagen bin ich orientierungslos, wer ich wirklich bin und wo ich tatsächlich hin will.

Aktuell habe ich den EIndruck, dass mein derzeitiges AD die Depressionssymptome reduziert, dafür aber die PTBS-Symptome wieder etwas stärker in den Vordergrund treten. Ich will mit meiner Therapeutin oder der Psychiaterin sprechen, ob das sein kann.

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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von fauna » Sonntag 15. Oktober 2017, 09:14

Wenn ich das so lese, das viele als Therapieerfolg angeben, dass sie sich nicht umgebracht haben. Ja, klar, das kann ich auch. - Lange Jahre, wollte ich nur sterben. Aber... - es wäre wirklich schade gewesen, mich um all die schönen Erfahrungen zu bringen.

Gut, dass ich den Mut hatte, zu lernen, wie sich ein gutes Leben anfühlt. Es war wirklich ein Lernen. Es ist mir nicht einfach so zugefallen...
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Re: 40// Therapieerfolge?

Beitrag von Tafel » Sonntag 22. Oktober 2017, 09:24

Liebe fauna,

ich möchte gerne nachfragen, was du meinst, wenn du schreibst
Wenn ich das so lese, dass viele als Therapieerfolg angeben, dass sie sich nicht umgebracht haben
. Mich irritiert diese Formulierung. Ich kann nicht mal richtig in Worte fassen, warum genau. Einerseits schwingt darin für mich mit, dass einige ihre Suizidalität zu wichtig nehmen, andererseits andere Therapieerfolge zu wenig schätzen.

Mich haben die langjährigen Suizidgedanken und die Angst, vielleicht irgendwann dem nicht mehr widerstehen zu können, sehr viel Kraft gekostet. Deshalb ist es für mich tatsächlich ein großer Therapieerfolg, dass ich noch am Leben bin.

Liebe Grüße

Tafel

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