44// Erschöpfung

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Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
Dreg
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44// Erschöpfung

Beitrag von Dreg » Dienstag 31. Oktober 2017, 11:41

Ich bin so frei und eröffne mal ein Thema.
Seid ihr erschöpft.Wie macht sich Erschöpfung bei euch bemerkbar.Tut ihr etwas dagegen ?
Was erschöpft euch ?

sahara
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Re: 44// Erschöpfung

Beitrag von sahara » Dienstag 31. Oktober 2017, 13:37

Erschöpfung... ein leidiges Thema, weil sehr präsent.
Mein Energielevel ist irgendwie auf dem Sparmodus stehen geblieben.
Vor dem Ausbruch der PtBs in Komplettsymptomatik hatte ich keine Grenze. Energie zu viel.... , wie ein Stehaufmännchen ....
10h Arbeit, Familie, Haushalt ....
Dann der Zusammenbruch. Keine Energie mehr.Die Depression war gekennzeichnet von völliger Kraftlosigkeit und bleiernde Müdigkeit, ohne zur Ruhe kommen zu können. Ich glaube, mein Körper hat die Reißleine gezogen, sonst wäre er ausgestiegen. Ich habe es nicht sehen und wahrnehmen wollen.
Nicht die ständigen Erkrankungen als Alarmzeichen wahrgenommen.
Dann die Erschöpfung, die hat mich bis heute nicht verlassen. Es ist lange nicht mehr so schlimm. Aber sie ist immer präsent.
Wenn ich einen Termin habe, danach ist Pause angesagt. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, hab das Wattegefühl im Kopf und muss aussetzen.
Einkaufen gehen, Dinge des Alltags...überall wo ich auf Menschen treffe, das strengt mich an. Ich mache es, aber eben dann als Tagesaufgabe.
Ein Arztbesuch mit Wartezimmer...., das vermeide ich , wenn es nicht unbedingt sein muss. Da ist die Konzentration aus Dableiben und nicht wegdissoziieren so groß, dass ich dann häufig vom Arztgespräch nicht mehr viel mitbekomme. Und nach Hause muss ich ja auch irgendwie kommen.
Zu Hause dann ist mein Zimmer der Ruhepol und die Energietankstelle. Wenn ich gleichzeitig so hochgefahren bin ,hilft mir ein Spaziergang mit dem Hund um erst einmal runter zu kommen.
Die Natur als Ressource, ganz wichtig für mich als Mittel gegen die Erschöpfung.
Und Akzeptanz, dass es eben so ist.
Manchmal bin ich dann wütend, eine einfache Sache wie ein Treffen mit Freunden, einkaufen... reicht aus, um den tag abzuhaken. Ich bekommen dann auch starke Kopfschmerzen... Neben dem Wattegfühl... Erkenne ich die Grenze nicht, steige ich aus. Mittlerweile gelingt es besser Ich kann auf die Signale achten.
Und muss es akzeptieren. Es ist wie es ist.
Es muss aber nicht so bleiben , das ist die Hoffnung....
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

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Re: 44// Erschöpfung

Beitrag von Edam » Dienstag 31. Oktober 2017, 19:16

Ich kann mich sahara nur anschließen...bevor ich ein chronisches Burn out bekommen habe, war immer 200 % geben angesagt, dennoch hat es nie richtig gereicht und irgendwann ging nichts mehr und dennoch weiter geben ohne Ende bis kurz vorm endgültigen Zusammenbruch.Ich kenne das von klein auf nur so und komme einfach nicht richtig runter, da mein Streßpegel durch schwierige Lebenssituationen (leider auch PTBS bedingt) immer viel zu hoch ist.

Ich brauch immer viel Schlaf, um überhaupt Ruhephasen und Erholung zu haben und sonst raus in die Natur gehen hilft gegen zuviel Streß bei mir, da komme ich nur zur Ruhe; weiterhin holen mich meine Haustiere immer wieder runter und geben mir Kraft.

Wirklich mal hinsetzen und richtig faulenzen schaffe ich gar nicht, weil einfach soviel ständig liegen bleibt durch die Erkrankung und alles zu kurz kommt...aber ich versuche weiterhin kürzer zu treten, bzw. die wirklich wichtigen Dinge mal voran zu stellen und alles unwichtige sein zu lassen. ;)
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Re: 44// Erschöpfung

Beitrag von gospelsinger » Samstag 4. November 2017, 21:41

Erschöpfung ist für mich leider ein Dauerthema. Da ich gelernt habe, meine Bedürfnisse zu ignorieren und permanent über meine Grenzen zu gehen, kenne ich es nicht anders. Trotzdem und trotz unterstützender Medikamente schlafe ich auch schlecht. Entweder mit etlichen Unterbrechungen oder mit Alpträumen, sodass ich auch durch Schlaf keine Erholung oder Besserung erreiche.

Das führt in regelmäßigen Abständen zu Abstürzen und auch immer wieder in die Suizidalität. Es ist ein Teufelskreis, aus dem ich bisher keinen Ausweg finde.

Ein wenig Hoffnung hege ich nun doch. Meine neue Therapeutin scheint ein Glücksfall zu sein. Vielleicht schaffe ich es mit ihrer Hilfe, mich mehr wahrzunehmen (obwohl ich davor Angst habe, weil ich nicht weiß, welche Gespenster dann auf mich warten) und dadurch der Erschöpfung entgegenzutreten.
Die Gedanken sind es, die das Leben des Menschen glücklich oder unglücklich machen.
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Re: 44// Erschöpfung

Beitrag von Dreg » Samstag 4. November 2017, 21:49

Erschöpfung ist bei mir auch ein großes Thema.
Ich liege die ganze Zeit nur auf dem Bett.Ich koche nichts.Ich kann die Küche nicht aufräumen.Die einfachsten Tätigkeiten strengen mich total an.
Gespräche führen...eimkaufen...Behörden...alles total anstrengend.Auch Schreiben im Internet schsffe ich nicht immer.Es ist einfach schwierig einen Satz zu formulieren und am Schluss denkt man, naja, ist ja eh nicht so wichtig.Manchmal mal habe ich das Gefühl, diese Müdigkeit, dieser Mangel an Tätigkeit, das Fehlen von Interesse hat damit zu tun, dass es irgendwas körperliches ist.

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Re: 44// Erschöpfung

Beitrag von Edam » Sonntag 5. November 2017, 10:46

@ gospelsinger:Du scheinst einen ähnlichen Teufelskreislauf zu haben wie ich...ständig mehr geben als man kann, um dann völlig zusammenzubrechen.(ich komme da auch erts langsam durch die Therapie raus, was ein langer Prozeß ist, weil ich es auch nicht anders kenne)

@ Dreg: Bist Du eigentlich in Behandlung, ich finde Deine wenigen Beiträge teilweise auch besorgniserregend?
...out of order...

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Re: 44// Erschöpfung

Beitrag von gospelsinger » Sonntag 5. November 2017, 12:37

@Edam: Da hast du wohl recht. Das liegt bei mir auch an meinen Kindern, denen ich unbedingt gerecht werden will. Und dann kommt natürlich auch das erlernte "Ich tue alles, damit du mich lieb hast" dazu...
Die Gedanken sind es, die das Leben des Menschen glücklich oder unglücklich machen.
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Re: 44// Erschöpfung

Beitrag von Dreg » Sonntag 5. November 2017, 13:02

Ich habe die Behandlung vor ung. 1 Jahr abgebrochen....es wurde mir zu anstrengend.
Manchmal habe ich gute Tage, an denen ich wirklich alles schaffe, was ich in einem Jahr versäumt habe....
aber danke der Nachfrage, wirklich sehr nett.

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