PTBS - Eingeschränktsein

Lese/- Schreibrechrechte für Gäste
Lese/- Schreibrechte für neue Mitglieder

Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
Benutzeravatar
Edam
Mitglied
Beiträge: 2477
Registriert: Sonntag 17. November 2013, 17:42
Geschlecht: Männlich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r
Kontaktdaten:

PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Edam » Montag 27. November 2017, 10:40

Hallo in die Runde,

diesmal möchte ich gerne ein Wochenthema eröffnen.Da bei mir die Situation gerade sehr aktuell ist, würde ich Euch fragen wollen, was Euch im Alltag am Meisten durch die PTBS einschränkt und ev. auch diverse Folgen hat.

Bei mir ist die Situation leider so, daß ich oftmals mit vollen Wartezimmern und geschlossenen Räumen perse arge Probleme habe und seit Jahren Arzttermine meide, bzw. nicht hinbekomme.(auch sind körperliche Untersuchungen für mich schwer aushaltbar)
Hinzu kommt auch, daß mich viel Trubel im Außen und lange Fahrzeiten mit Bus und Bahn nochmals sehr schwer fallen und aufgrund dessen es schwer ist, zu Ärzten zu fahren, die weiter weg sind.(bis ich da angekommen bin, bin ich schon so durch, daß weiteres Warten und Untersuchung kaum noch machbar sind)

Zahnarzt ist ganz schlimm!(da habe ich derzeit mal wieder ne längere nicht machbare Phase durch zuviel Streß!

Ich habe die Jahre immer soweit machbar, versucht mich da durchzuquälen und zu funktionieren, merke aber daß es immer schwerer fällt.Problem an der Sache ist ja, daß es Folgen haben kann, wenn man krank ist und nicht zum Arzt geht und wir alle nicht jünger werden.(bei mir löst das unheimliche Angst aus, daß ich es irgendwann nicht mehr zum Arzt schaffe und zu Hause dahin vegetiere wie so einige ältere Leute...wer macht schon Hausbesuche heute, vor allem wenn man ja rein körperlich in der Lage ist zum Arzt zu fahren und nur die Psysche sich weigert)
Zuletzt geändert von Edam am Montag 27. November 2017, 16:04, insgesamt 1-mal geändert.
- zum Schluß kannst Du nur dem Ruf Deiner Seele folgen -

Fanti

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Fanti » Montag 27. November 2017, 11:52

Ich glaube, ich habe im Alltag so gut wie keine Einschränkungen. Vermeiden tue ich nämlich gar nichts, egal, wie schwer es ist. Ich habe einen hohen Funktionsmodus und war auch inmer darauf angewiesen, alles hinzukriegen oder alleine durchzustehen. Selbst in der schwersten Depression gehe ich zu Terminen. Holt mich ja auch mal raus aus dem Denken, wenn ich funktionieren kann. Da habe ich Kontrolle.
Wenn ich weiß, dass ein Termin schwer wird, spreche ich das vorher an oder lege den Termin auf ganz früh oder kurz vor Feierabend. Das also an Idee an euch. Anrufen, Bescheidsagen, und Termin so legen, dass es günstig ist. Ich hatte da bisher fast nie Schwierigkeiten oder Diskussionen.
Von daher...richtig mitreden kann ich nicht. Vermutlich bin ich da zu kognitiv unterwegs, sodass es für mich schwer nachzuvollziehen ist, dass man nicht zum Arzt kann. Das ist kein Vorwurf, sondern mein Umgang damit.

Eingeschränkt bin ich eher im emotionalen Bereich, gerade was Selbstsicherheit o.ä. angeht. Schlafstörung oder so ist was, was von der kPtBs kommt und oft nervt.
Aber ansonsten fühle ich mich, rein durch die kPtBs kaum eingeschränkt. Aber da ist irgendwas auch anders bei mir. Sagt meine Therapeutin auch. Entweder ist noch was abgespalten, oder meine Resilienz extrem hoch gewesen. Sie tippt auf das Zweite. Manchmal bin ich froh, dass ich so wenig Probleme habe, aber oft fühle ich mich wie ein Alien unter Aliens. Ich verstehe andere Traumatisierte kaum - und umgekehrt.
Naja.

Benutzeravatar
rainbow13
Mitglied
Beiträge: 1268
Registriert: Freitag 20. Dezember 2013, 19:27
Geschlecht: Weiblich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von rainbow13 » Montag 27. November 2017, 20:23

Mir geht es sehr ähnlich wie dir Fanti, du schreibst mir aus dem Herzen.

Ich will mich so wenig, wie es geht, einschränken lassen, aber da ich auch ein hohes Funktionsniveau habe, kann ich mich dazu entscheiden. Ich kann nebenbei studieren, auch wenn es manchmal etwas herausfordernd ist, mit dieser Spannung der inneren Not und dem hohen Funktionsniveau gegen aussen umzugehen. Mir hilft es auch die Dinge kognitiv zu lösen und so damit umzugehen. Meine Psychologinnen haben sich früher immer gefragt, woher ich die Kraft nehme, damals in der Schule, noch so zu funktionieren.
Wenn ich in eine Situation komme, in der ich merke, dass ich bald nicht mehr so funktioniere, kommt ein Bild in mir von einem kleinen niedlichen Mönsterchen und das immer wieder sagt: Nein, du kannst noch weitermachen, lass dich nicht von diesen Gefühlen überwältigen, gib ihnen nicht diese Macht, dich so einzuschränken".

Ich merke die Einschränkung vor allem auch im emotionalen Bereich, denn wenn die Gefühle kommen, kommen sie und überwältigen mich, aber nur wenn ich alleine bin. Ich neige stark dazu meine Gefühle abzuspalten und sie so zu regulieren, nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Was sicher nicht nur von Vorteil ist. Langsam lerne ich sie auch etwas dosierter zu fühlen oder teils erst einmal sie vor meinem Therapeuten zu zeigen.
Liebe Grüsse
rainbow

N'arrête jamais de croire en l'espoir,
car des miracles arrivent chaque jour!

Benutzeravatar
Edam
Mitglied
Beiträge: 2477
Registriert: Sonntag 17. November 2013, 17:42
Geschlecht: Männlich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r
Kontaktdaten:

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Edam » Dienstag 28. November 2017, 10:55

Ganz ehrlich, bevor ich retraumatisiert wurde, hat bei mir auch noch vieles geklappt!

Mir hilfts gerade nicht, wenn alle schreiben, was so wunderbar klappt und paßt auch nur bedingt zum Wochentehma, bei dem es ja darum ging was nicht klappt und diverse Folgen hat...
- zum Schluß kannst Du nur dem Ruf Deiner Seele folgen -

Fanti

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Fanti » Dienstag 28. November 2017, 11:57

Tut mir Leid, dass es bei mir nicht so eingeschränkt ist. Dennoch finde ich es passend, das auch aufzuzeigen, was noch geht.
Du weißt sicher selber, dass ein zu hoher Funktionsmodus früher oder später auch zu Problemen führt.
Also Deine Anklage hier finde ich gerade unpassend. Keine Ahnung, was genau Dich anscheinend angetriggert hat, aber ich möchte mich nicht schlecht fühlen müssen, weil bei mir im Alltag noch was hinhaut.
Zumal das Forum nicht nur aus zwei Usern besteht. Außerdem habe ich eine Idee in den Raum geworfen, was hilfreich sein könnte. Wenn Du nur darüber erzählen magst, was einfach schwierig ist, dann formuliere das auch so. Dann halte ich mich aus dem Thema raus, wenn es unpassend ist ;)

Fanti

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Fanti » Dienstag 28. November 2017, 12:12

Vielleicht habe ich das mit dem Wochenthema falsch verstanden :/
Ich dachte, da darf jeder mitreden für sich. Aber Du wolltest wohl eher darüber reden, was Dir hilft/schwerfällt.
Sorry, dann war mein Beitrag unpassend, habe da irgendwas nicht richtig begriffen :/
Ich ziehe mich dann aus den Wochenthemen mal zurück, bis ich verstanden habe, was genau ich antworten kann, damit es für niemanden blöd wird.

Dreg
Mitglied
Beiträge: 222
Registriert: Mittwoch 14. Mai 2014, 19:50

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Dreg » Dienstag 28. November 2017, 15:10

Ich kann das nachvollziehen.
Es ist bestimmt keine Kritik von Edam an Euch,denke ich.Wenn ich in der Tagesstätte bin und es kommen neue Praktikanten und sie reden von ihren Studium ,den Ausbildungsplätzen ihrer Kinder und über Steuererleichterung und Rente, und anschließend kommt der Seelsorger zur mir und frägt :"Na, Herr sowieso, wie geht es denn ihnen, alles in Ordnung ?", dann bin ich auch total schlecht gelaunt und ich verdrücke mich dann meistens....und dann diese bohrenden Fragen.Ich glaube Fragen stressen mich am meisten.....Fragen vom Vermieter,Fragen von Bekannten,die Frage:" Was machst du ? ".....und wenn man dann hört, wie gut esbei anderen läuft, dann bin ich relativ schnell in einer Triggersituation.....und es kommen ein Haufen Gedanken über die Leute in den Kopf, die einem das eingebrockt haben.
Eingeschränkt bin ich in soweit,dass mich wirklich alles stresst.Das es für mich echt schwierig ist nicht getriggert zu werden.
Arzttermine nehme ich auch nicht war.Ich will schon seid 5 Jahren zum Arzt, wegen meiner Müdigkeit, weil ich glaube, dass es mit dem Stress zusammenhängt, den ich empfinde.
Eingeschränkt fühle ich mich auch, wenn ich meine Wohnung verlasse....also ,ich vegitiere.....wenn draußen Kinder spielen und man lag wirklich eine Woche lang im Bett, dann schämt man sich unweigerlich.Auch Gespräche mit Nachbarn....ich gehe meistens nicht raus, wenn irgendjemand im Treppenhaus ist....ich bin halt eingeschränkt oder die Anforderung , der Gesellschaft an den Menschen....
schränkt mich ein....dazu gehört auch, sich es wohnlich zu gestalten, und die einfachsten Dinge zu erledigen, was für andere eig. selbstverständlich ist.

sahara
Administrator
Beiträge: 1900
Registriert: Mittwoch 25. September 2013, 11:38
Geschlecht: Weiblich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von sahara » Dienstag 28. November 2017, 17:10

Ich bin auch eingeschränkt in meiner Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Es ist oft sehr schwer für andere das nachzuvollziehen. Da ich im Funktionsmodus die Dinge wie Besuch oder Treffen mit anderen erledige, erscheine ich für sie "normal"...
Das ist es aber nicht, es ist schwer zu fühlen, dass man eben nichts fühlt und im Robotmodus agiert, von der Seite betrachtet....
Der Preis dafür ist die bleiernde Erschöpfung, die mich dann zum nichts tun bringt.
Ich habe mir feste Termine gelegt, wie Sport. Das empfinde ich als hilfreich. Leider falle ich immer mal wieder auf die Nase, wenn ich mein eigenes Energielevel wieder übersehe.... , und zuviel auf einmal lege.
Arztbesuche sind schwierig, bis unmöglich... Alles bedarf einer guten Vorbereitung. Wenn ich da im Robotmodus bin, weiß ich nicht mehr , was ich da soll.... . Letzte Woche war ich nach über zwei Jahren mal wieder bei der Hausärztin, Termin ganz zum Schluss, weil Wartezimmer mit vielen Menschen sehr schwierig bzw. nicht gehen. Es war echt eine Qual.Und der tag war gelaufen, der Platz auf dem Sofa in meinem Zimmer meiner...
Wenn ich dann aus dem Nebel wieder aufsteige, erscheint es mir surreal und ich frage mich , was ich da eigentlich gemacht habe und was sie gesagt hat... Aber ich habe einen Termin in Tasche für das Labor. Also noch einmal aufraffen und hin....
Es ist irgendwie mein ständiger Begleiter, diese Erschöpfung, die mich so einschränkt...
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

Benutzeravatar
Edam
Mitglied
Beiträge: 2477
Registriert: Sonntag 17. November 2013, 17:42
Geschlecht: Männlich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r
Kontaktdaten:

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Edam » Dienstag 28. November 2017, 17:21

@ Dreg: Danke, Du hast es verstanden.

@ Fanti: Es ging bei dem Thema ja genau darum, was nicht geht...ich finde auch, daß es auch aus meiner Überschrift und dem Geschriebenen ersichtlich ist.(vielleicht bin ich aktuell auch zu nah am Thema und sollte dazu extra mal einen Beitrag eröffnen, wie man das Problem ev. löst, bzw. machbarer macht und glaub mal als Mann wird man wenns um sowas geht auch viel weniger ernst genommen, weil Männer eh immer stark sein müssen und keine Schwäche zeigen, da ist die Scham groß zu sagen, es geht nicht und ich brauche Hilfe/Rücksicht)
- zum Schluß kannst Du nur dem Ruf Deiner Seele folgen -

Fanti

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Fanti » Dienstag 28. November 2017, 17:54

Ich sag' schon gar nichts mehr.
Tut mir Leid, dass ich überhaupt irgendwas gesagt habe. Ich bin anders, hab' ich auch verstanden.
Nervt mich gerade. Echt.
Löscht doch meinen Beitrag einfach, dann muss es niemanden kacke gehen, weil ich unpassend bin. Fertig.

Benutzeravatar
Edam
Mitglied
Beiträge: 2477
Registriert: Sonntag 17. November 2013, 17:42
Geschlecht: Männlich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r
Kontaktdaten:

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von Edam » Dienstag 28. November 2017, 18:27

Och Fanti, das sagt doch hier keiner! (ich wollte Dich damit nicht runter machen...irgendwie triggern wir uns mal wieder gegenseitig) :?

Einmal durchatmen und so.
- zum Schluß kannst Du nur dem Ruf Deiner Seele folgen -

Benutzeravatar
rainbow13
Mitglied
Beiträge: 1268
Registriert: Freitag 20. Dezember 2013, 19:27
Geschlecht: Weiblich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von rainbow13 » Dienstag 28. November 2017, 22:10

Ich habe das Thema so verstanden, dass es darum geht, was uns einschränkt und dann auch der Umgang damit. Weder Fanti noch ich haben nur geschrieben, dass uns nichts einschränkt, sondern eher wie wir damit umgehen. Für mich ist es schwer nur zu schauen, was mich einschränkt, ich finde es auch wichtig, wie ich damit umgehen will. Sonst kommt bei mir eine grosse Welle an Hilflosigkeit hoch. Ich wollte niemanden von euch angreifen, triggern oder irgendwie verletzen. Ich wollte meine Gedanken zu diesem Thema äussern.

Vielleicht ist es auch eine Definitionsfrage: Was heisst Einschränkung? Zählt es auch als Einschränkung, wenn der Alltag eifach anstrengend ist zu meistern oder erst, wenn gewisse Dinge nicht mehr gemeistert werden können?

Das sind meine Gedanken dazu, wenn es für euch nicht so stimmt, werft es einfach weg.
Liebe Grüsse
rainbow

N'arrête jamais de croire en l'espoir,
car des miracles arrivent chaque jour!

Benutzeravatar
fauna
Mitglied
Beiträge: 1628
Registriert: Sonntag 29. Mai 2016, 20:46

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von fauna » Mittwoch 29. November 2017, 07:22

Menschen "ticken" verschieden, auch Menschen mit PTBS. - Es gibt wohl verschiedene "innere Brillen", die wir aufhaben und welche Bedürfnisse im Umgang mit dem alltäglichen Leben bestimmen.

Den einen hilft wohl wirklich mal zu formulieren und gehört zu werden, in dem was einschränkt.
Für die anderen ist es wohl wichtig, eine Perspektive zu haben in den Schwierigkeiten des Alltags.

Aus meiner Sicht müsste beides Platz haben hier. - Und Fanti, ich finde es super, wenn du genau DEIN Erleben schilderst. Ich bin sicher, dass es dabei nicht um "richtig oder falsch" geht, sondern höchstens um "anders". Du bist du, und das ist absolut ok.

Ich habe mich gefragt, zu welchen Menschen ich eher gehöre. Spontan fand ich, ich gehöre zu den zweiten, zu denen, die immer wieder zu funktionieren suchen und einen enormen Willen haben, zu leben. - Nachher erinnerte ich mich, wie gut es mir auch schon getan hat, einfach mal hinzugucken, wo ich stehe, wie es mir mit welcher Herausforderung des Lebens geht.

Einmal mehr bin ich sicher, dass es BEIDES braucht. Beides ist wichtig, einfach mal zu sehen und spüren, wo ich stehe, was mich einschränkt, aber darin Hängenzubleiben löst bei mir auch Verzweiflung und innere Not aus. Deshalb gehe ich auch immer wieder, wenn ich emotional stark auf etwas reagiere in eine Lern- und Suchhaltung - auch in eine "Prozesshaltung". Es ist nichts statisch.

Ich sehe auch vieles als meine inneren, emotionalen Probleme, also die Art, wie ich auf ganz "normale" äussere Dinge wie Arzt, Kritik, Präsentationen, Gruppen von Menschen, Entscheidungen, Konflikte etc. reagiere. - Wenn ich es so sehe, habe ich Möglichkeiten etwas zu verändern.
Seit einer gröberen Auseinandersetzung in der Arbeit, erkenne ich aber klarer, dass nicht alles an mir hängt, dass das eine Überforderung ist. Es gibt immer mehrere Faktoren, nur einer bin ich.

Wenn ich sehe, ok. ich bin hochsensibel und im Kontext Schule geht es mir nicht gut (zu viel Beurteilung), dann bin ich vielleicht eingeschränkt, aber ich bekomme auch mehr Freiheit für andere berufliche Möglichkeiten.
Aber wenn ich mich dann völlig zurückziehe und dabei stehen bleibe, das ich halt "eingeschränkt" bin, dann lasse ich mich auch im Stich.

Anerkennen, wie ich bin, was mich einschränkt - und weiterlernen, damit umgehen.

Allen einen guten Tag
Fauna
Vielleicht kann ich zu etwas Neuem beitragen. Vielleicht kann ich mehr Energie aufbringen und mehr teilhaben. Vielleicht besitze ich mehr Kraft, als ich mir vorstelle.

Vertrauen ist eine Entscheidung!

Ich bin ich - und ich mag mich! :)

Benutzeravatar
gospelsinger
Mitglied
Beiträge: 563
Registriert: Dienstag 27. Dezember 2016, 15:31
Geschlecht: Weiblich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von gospelsinger » Mittwoch 29. November 2017, 14:57

Das ist ja eine sehr angeregte Diskussion. Auch wenn ich nach wie vor den größten Teil meiner Zeit eher in der Dis verbringe, versuche ich mich zu äußern. (Ich bin so froh, dass es euch und dieses Forum gibt!!!)

Also: in meinem Lebensbereich gibt es Dinge, die gar nicht gehen: viele Menschen, Lautstärke, Dauerberieselung. Da gehört ein Rummelplatz genauso dazu wie ein Einkaufszentrum. Schon der Einkauf im Supermarkt ist nicht möglich. Ich gehe immer in einen kleinen Edekaladen - auch wenn ich dazu in einen anderen Stadtteil fahren muss. Uferpromenaden gehen nur kurzzeitig (Nun wohne ich ja am größten deutschen Binnensee - im Sommer ist da die Hölle los) Weihnachtsmarkt, Kulturufer - größere Veranstaltungen gehen nicht. Mittlerweile haben die meisten meiner über 40 Chorkollegen auch verinnerlicht, dass sie mich nicht von hinten anfassen oder ansprechen dürfen. Was leider auch nicht geht, ist alleine in der Natur, vor allem Wald, unterwegs sein. Zuviele Trigger.

Was dagegen möglich ist, sind Arztbesuche. Sie sind einfach notwendig und ich habe zwei tolle Ärzte (Hausärztin und Psychiater), die mein volles Vertrauen haben und die eine gut organisierte Bestellpraxis haben. Man muss nicht lange warten und die Wartezimmer sind nicht so voll.

Im allgemeinen kann ich mich auch mal auf meinen Funktionsmodus verlassen: "Es ist, wie es ist. Da muss ich durch". Geht aber immer nur für kurze Zeit und nicht in jedem Bereich. Wenn ich ihn zu oft strapaziere, passiert genau das, was jetzt auch gerade ist: Ich bin überfordert, meine psychosomatischen Symptome werden unerträglich und ich verbringe viel Zeit in der Dissoziation.
Die Gedanken sind es, die das Leben des Menschen glücklich oder unglücklich machen.
Marc Aurel

Benutzeravatar
gospelsinger
Mitglied
Beiträge: 563
Registriert: Dienstag 27. Dezember 2016, 15:31
Geschlecht: Weiblich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r

Re: PTBS - Eingeschränktsein

Beitrag von gospelsinger » Mittwoch 29. November 2017, 15:10

P.S. Was mir dazu noch durch den Kopf geht: der Funktionsmodus ist eine Krücke, um mit Dingen, die mich einzuschränken drohen, umzugehen. Es ist nur oberflächlich ein "Können", genau genommen überdeckt es aber auch etwas, das eben auch nicht geht. Oder?!?
Die Gedanken sind es, die das Leben des Menschen glücklich oder unglücklich machen.
Marc Aurel

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste