49// Die Narben der Gewalt- Hoffnung trotz allem

Lese/- Schreibrechrechte für Gäste
Lese/- Schreibrechte für neue Mitglieder

Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
sahara
Administrator
Beiträge: 1839
Registriert: Mittwoch 25. September 2013, 11:38
Geschlecht: Weiblich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r

49// Die Narben der Gewalt- Hoffnung trotz allem

Beitrag von sahara » Dienstag 12. Dezember 2017, 12:49

Die Folgen der frühen oder sehr andauernden Traumatisierungen sind in der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung benannt.
Symptome[ Quelle : Wikipedia]
Im Rahmen einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung können im Verlauf der Erkrankung eine Vielzahl von Symptomen auftreten. Legt man die diagnostischen Kriterien zugrunde, mit denen die sehr ähnliche DESNOS beschrieben wurde, lassen sich die Symptome aber sechs übergeordneten Bereichen zuordnen:

I. Veränderungen in der Regulation von Affekten und Impulsen (Affektregulation, Umgang mit Ärger, autodestruktives Verhalten, Suizidalität, Störungen der Sexualität, exzessives Risikoverhalten)
II. Veränderungen in Aufmerksamkeit und Bewusstsein (Amnesien, zeitlich begrenzte dissoziative Episoden und Depersonalisationserleben)
III. Veränderungen der Selbstwahrnehmung (Ineffektivität, Stigmatisierung, Schuldgefühle, Schamhaftigkeit, Isolation und Bagatellisierung, Verlust des Selbstwertgefühls)
IV. Veränderungen in Beziehungen zu anderen (Unfähigkeit anderen Personen zu vertrauen, Reviktimisierung, Viktimisierung anderer Personen)
V. Somatisierung (Gastrointestinale Symptome, chronische Schmerzen, kardiopulmonale Symptome, Konversionssymptome, sexuelle Symptome)
VI. Veränderungen von Lebenseinstellungen (Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, Verlust früherer stützender Grundüberzeugungen)

Es sind bleibende Narben auf Körper und Seele entstanden. Zum Teil sind die Wunden nicht verheilt und brechen immer wieder auf. In der Therapie kann man den Wunden zur Heilung verhelfen. och einiges wird bleiben.
Die Hoffnung ,trotz allem ein lebenswertes Leben zu leben, ist das wichtigste Mittel...

Wie geht ihr damit um?
Was hält euch und lässt euch hoffen?
Welche Menschen sind wichtig, denen ihr auch eure Narben nicht verschweigt.

Bin gespannt auf eure Gedanken.

LG Sahara
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

Benutzeravatar
Edam
Mitglied
Beiträge: 2368
Registriert: Sonntag 17. November 2013, 17:42
Geschlecht: Männlich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r
Kontaktdaten:

Re: 49// Die Narben der Gewalt- Hoffnung trotz allem

Beitrag von Edam » Mittwoch 13. Dezember 2017, 14:14

Was hoffen läßt, daß man das alles hinter sich lassen kann, vielleicht nicht von heute auf morgen, aber jeden Tag ein kleines Stück mehr...

Und es von daher ein Leben danach gibt, zumindest mit der richtigen Hilfe/Behandlung, auch wenn einiges bleiben wird.Letztendlich kennt nur meine Trauma-Therapeutin meine wahren Abgründe, aber auch nicht alle.Sie hält es mit mir zusammen aus und schaut immer wieder auf die Fortschritte und guten Dinge...das läßt wiederrum mich aushalten und hoffen.(auch wenn es oft sehr mühsam, schmerzlich und zäh ist)

Vor allem der Glaube, daß sich Dinge ändern können ist wichtig.

indem Sinne
...out of order...

Benutzeravatar
rainbow13
Mitglied
Beiträge: 1222
Registriert: Freitag 20. Dezember 2013, 19:27
Geschlecht: Weiblich
Mitgliedschaft als: Betroffene/r

Re: 49// Die Narben der Gewalt- Hoffnung trotz allem

Beitrag von rainbow13 » Mittwoch 13. Dezember 2017, 18:31

Ich habe bisher nie die Hoffnung verloren. Für mich war die Hoffnung teilweise das Einzige, woran ich mich noch halten konnte. Hoffnung ist für mich eine wichtige Ressource. Ich glaube an Hoffnung, wie ihr auch in meiner Signatur sehen könnt.

Ich glaube fest daran, dass ich es irgendwann schaffe, diese Dinge hinter mir zu lassen, ich werde es nie vergessen, aber ich kann lernen damit umzugehen. Meine Narben gehören zu mir, sie haben mich zu der gemacht, die ich heute bin, auch wenn die Erfahrungen schwer waren, glaube ich fest an diesen Satz: What doesn't kill you makes you stronger. Ich überlege mir oft, ob ich etwas ändern wollen würde, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und irgendwie will ich das auch gar nicht, auch wenn es teilweise schrecklich war, aber ich wäre heute nicht hier, wenn ich nicht diese Erfahrungen gesammelt hätte, ich wäre nicht in diesem Studium so, ich hätte wertvolle Menschen nicht kennengelernt. Ich glaube aus irgend einem Grund musste das so passieren, wie C. G. Jung so schön gesagt hat: Ich bin nicht das, was mir passiert ist, ich bin das, was ich entscheide zu werden.

Über diese Abgründe zu reden fällt mir schwer, ich teile mich in der Therapie mehr oder weniger mit und einer Freundin vom Studium kann ich diese Abgründe auch teilweise zeigen, da sie selber auch solche Abgründe hat.
Liebe Grüsse
rainbow

N'arrête jamais de croire en l'espoir,
car des miracles arrivent chaque jour!

Luna95

Re: 49// Die Narben der Gewalt- Hoffnung trotz allem

Beitrag von Luna95 » Montag 8. Januar 2018, 19:51

Hallo Zusammen,

ich wurde vor ca. einem Monat mit C-PTBS diagnostiziert und erst war es für mich wie ein schlag ins Gesicht irgendwie?

Die Qualität "Persönichkeitsveränderung" gibt dem ganzen irgendwie noch viel viel mehr Autorität als es sowieso schon hat.

Ich habe mich jetzt weiter mit dem Thema beschäftigt und muss sagen die Diagnose gibt mir irgendwie.. Erleichterung? Macht das Sinn?

Ich hab letzens eine Vorlesung gehört, wo über C-PTBS referiert wurde und ich habe mich noch nie im meinem Leben so verstanden gefühlt! (https://www.youtube.com/watch?v=otxAuHG9hKo&t=2534s)

So viel, was ich gar nicht wirklich in Worte fassen aber als ich es dann gehört habe dachte ich mir nur: du verstehst mich!!

Ein Gefühl, dass ich sonst eher weniger kenne. Das Gefühl von niemand richtig begriffen zu werden, also so als Mensch ist irgendwie was, was mich begleitet.

Kennt ihr das auch?

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste