51 Arbeit

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Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
Dreg
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51 Arbeit

Beitrag von Dreg » Donnerstag 28. Dezember 2017, 03:12

Da noch kein Wochenthema da ist, eröffne ich eins.
Würdet ihr gerne arbeiten( falls ihr jetzt im Moment noch nicht arbeitet ?).
Würdet ihr auch eine Arbeit machen, die euch überhaupt nicht erfüllt....einfache Tätigkeiten....oder lieber darauf verzichten.
Ab wann würdet ihr auf Arbeit verzichten ?
Welche Arbeiten würdet ihr evtl. annehmen ?
Ich weiss schlechte Frage.....aber, was hättet ihr gerne gearbeitet oder getan und warum ?
Und was gefällt euch an eurer Arbeit, falls ihr arbeitet oder lernt ?

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Violet
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Re: 51 Arbeit

Beitrag von Violet » Freitag 29. Dezember 2017, 12:14

Bin zur Zeit AU. Beziehe noch 4 Monate ALG 1.
Vorher hatte ich mich weil ich 2002 meine feste Stelle wegen Panikattacken, Menschenangst und Depressionen kündigen musste bis 2016 so recht und schlecht in meine Tätigkeit vom Homeoffice aus zurück gezogen. Dazu schwand mir immer dann auch mehr die Kraft und die Einnahmen schwanden ebenfalls drastisch so dass ich mich arbeitslos melden musste. Ich würde gerne arbeiten. Auch gerne etwas was nicht so intellektuell ist, habe ich lange genug gemacht. Etwas bei dem ich nicht mehr alleine bin, Kunden beraten kann, dekorieren und sortieren darf. Aufräumen und auch putzen wenn es nötig ist. Mit Textilien, Dekorationsartikeln, Bastelartikeln etc. Träumerei... Solche Jobs hatte ich sogar schon 3 Mal in den letzten Jahren. Und habe dort aufgehört weil ich mit der Art und Weise wie dort mit den Angestellten inklusive mir umgegangen wurde nicht umgehen konnte und wollte. Kleine, Inhaber geführte Gescäfte. Früher war ich in leistenden Positionen in großen Industrieunternehmen tätig. Das musste ich wie ich ja auch oben schrieb aus psychischen Gründen aufgeben. Ich arbeite gerne, mir geht das Alleine sein den ganzen Tag auf den Geist. Habe aus gutem Grund keinen Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie mehr. Habe keine Kinder. Zum Glück habe ich meinen Mann. So muss ich schauen wie ich Tagsüber klar komme. Leider ohne Sinn stiftende Arbeit. LG Violet
"Keep on Moving"
Zitat eines unbekannten Yogis

Dreg
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Re: 51 Arbeit

Beitrag von Dreg » Freitag 29. Dezember 2017, 12:43

Ich habe eigentlich auch sehr gerne gearbeitet.Dinge ,wie Biologie, Literatur und Technik haben mich total begeistert auch Sprachen fand ich ganz interessant.Heute kann ich leider gar nichts machen, was mit Konzentration zu tun hat.....selbst Autofahren wäre ein Problem für mich.Wenn ich eine Seite lesen kann, ist das schon ziemlich gut.
Habe mich, als die PTbs zum Ausbruch kam auch arbeitslos melden müssen.
Für mich war das aber total unbefriedigend die Zeit verstreichen zu lassen und nichts zu tun.
Also war ich froh, dass ich ein 1 Euro Job machen konnte und zwar in einem Beruf in dem händeringend nach Personal gesucht wird....in der Pflege.
Der Beruf ist absolut nicht mein Ding....manchmal, gibt er mir aber ein gutes Gefühl, wenn die Leute zufrieden sind.
Aber ich spiele trotzden immer wieder mit dem Gedanken ihn zu kündigen.
Morgens kann ich z.B. überhaupt nicht arbeiten.Es geht nur Nachmittags....wenn ich genug Zeit zum Grübeln gehabt habe.
Länger, wie drei Tage am Stück kann ich auch nicht arbeiten.
Ich arbeite etwa 40 h im Monat....durch Personalmangel waren es in diesem Jahr 80 h pro Monat....und ich merke es wird mir zuviel.
Ich überlege manchmal, ob es für mich wohl besser wäre nicht zu arbeiten, aber dann macht das Amt Druck....auf Frührente....ich weiss gar nicht, wie das genau funktioniert.....das wollte ich noch nicht.
Ich arbeite dort schon 10 Jahre.
Die Arbeit schaffe ich nur, weil man nicht nachdenken muss und ich grübeln kann....manchmal wie ein Roboter.....und das ist schon oft sehr belastend.
Anderseits ist es auch so, dass die Arbeit mich ein wenig unter Druck setzt aufzustehen, mich zu duschen ,mich zu pflegen.Auch die sozialen Kontakte sind o.k....manchmal.
Man bekommt wieder ein Gefühl für den Menschen.....trotzdem, wenn es zuviel wird, geht es ans Herz.

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Edam
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Re: 51 Arbeit

Beitrag von Edam » Freitag 29. Dezember 2017, 13:03

Bevor ich eigentlich ins Arbeitsleben einsteigen konnte, bin ich schon krank geworden und konnte den Druck der Arbeitswelt gar nicht erst standhalten.

Viele Jahre hatte ich die Hoffnung endlich gesund zu werden und arbeiten zu können, weil das mein größter Wunsch war, gerade, weil es bei mir von klein auf immer sehr knapp mit dem Geld war und ich es anders machen, sprich richtig Geld verdienen wollte.Nicht arbeiten zu können war von daher viele Jahre sehr belastend für mich...auch heute noch, aber es geht einfach nicht und ich habe das akzeptieren müssen.(es fehlt einfach eine Aufgabe und der Lebenssinn, vor allem wird einem das immer wieder auch vermittelt...wer nicht arbeitet ist nichts wert)

Heute sehe ich meinen Lebenssinn in anderen Dinge...gut für mich zu sorgen und stabiler zu werden, mir auch Auszeiten und Freude zu gönnen!(solange ich etwas hinter her renne, was absolut nicht mehr möglich ist, solange rennne ich auch an dem vorbei, was wichtig und möglich ist)

Es hat nicht sein sollen, es schmerzt schon noch, aber Lebenssinn kann man auch in anderen Dingen finden außer Arbeit...ich beneid und bewunder aber trotzdem alle hier, die das noch leisten können. ;)
...out of order...

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Re: 51 Arbeit

Beitrag von sahara » Freitag 29. Dezember 2017, 13:40

Arbeit hat mich zwanzig Jahre lang überleben lassen. Ich habe meinen Job sehr gerne gemacht. Sowohl als Krankenschwester als auch danach als pflegerische Leitung für einen großen Bereich. Ich träume oft von der Arbeit. Gerade jetzt ist es wieder mal so.
Durch den Ausbruch der Komplettsymptomatik der Ptbs musste ich mich arbeitsunfähig melden. Der Körper und der Geist haben völlig verrückt gespielt.
Mein Arbeitsanteil hat jahrelang gute Leistungen erbracht. Früher in der Schule, im Studium an der Fachschule und dann auch im Job. Helfen als Strategie. Ich fühlte mich gebraucht , die Krankenschwester konnte sich dort verwirklichen.
Mit zunehmendem Stress und Aufbruch der Erinnerungen und Zunahme der Flashbacks auch im Arbeitsumfeld musste ich mich aus dem Prozess nehmen. Wenn man hinter jedem männlichen Wesen, was ein kleines Mädchen an der Hand hält, verschiedenste Symptome hat und sich zusammen nehmen muss, ihm nicht das Kind aus der Hand zu nehmen, ist man dort nicht mehr richtig. Ich musste anfangen mich um uns zu kümmern.
Eigentlich dachte ich damals an eine Auszeit und dann wird das schon wieder.
Es ist nicht so gekommen. Die Auszeit ist jetzt schon fast acht Jahre. Der bürokratische Weg der Langzeiterkrankung, dann Reha mit Ablehnung von Berentung meinerseits, (ich dachte, ne , dass schaffst du schon in eineinhalb Jahren....), dann doch Rentenantrag stellen müssen, weil von irgendwo ja auch Geld fließen muss... . Ein Jahr hat dann das Arbeitsamt ALG 1 gezahlt als Übergangsgeld. Obwohl ich ja eine Stelle in der Klinik hatte.
Der Rentenbescheid kam , das war es für mich echt schwer zu akzeptieren. Und ich schäme mich auch noch heute, komme mit dem Zustand nicht so gut zurecht. Mit Menschen zu arbeiten überfordert mich nach kurzer Zeit, die Konzentration ist schon etwas besser geworden, aber eben nicht ausreichend für die Teilhabe am Arbeitsleben.
Ich versuche meinen tag zu strukturieren und mir im Außen Aufgaben zu suchen. Mein Haustier hilft da, so habe ich beim Gassi gehen auch Sozialkontakte auf einer anderen Ebene.
Vermissen tue ich die gesellschaftliche Anerkennung. Ich leiste für die Außenstehenden nichts mehr .... denke ich.
Meine Therapeutin sieht das anders. Ich leiste jetzt einen Arbeitsbeitrag für mein Innensystem. Und habe durch die früher sehr intensive Arbeitszeit meinen Beitrag dort schon geleistet... ich weiß nicht, ob ich das je so annehmen kann...
Sich kleine Dinge des Lebens wieder erarbeiten. Lesen, einkaufen gehen , mit Menschen zusammen sein zu können, ohne zu dissoziieren...
Ist das Arbeit? Ich weiß nicht. Im herkömmlichen Sinne nicht. Ich bin ein Sozialschmarotzer ,kommt gerade innen.... sie mosern sehr manchmal....
Die Krankenschwester ist gerne arbeiten gewesen. Auch um zu fliehen vor den auftretenden komischen Dinge , die kamen. Auf der Arbeit war es sicher... vertraut und man war anerkannt.
Später dann die Leitung hat andere Dinge verlangt. Auch die waren durch das abspalten von Gefühlen sogar besser ausübbar. Sich nicht verletzen lassen, sich nur der Sache widmen. Der Arbeitsorganisation und dem Wohlergehen von Patienten und Mitarbeiter bei der Konfliktlösung begleiten, die es zwangsläufig in großen Teams gibt.
Ich merke, dass Arbeit immer noch ein sehr wichtiges Thema ist.Wer bin ich, wenn ich nicht mehr arbeite? Bin ich etwas Wert, wenn ich nichts mehr leiste?
Alles schwierige Themen....
na ja ....
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

Pitti
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Re: 51 Arbeit

Beitrag von Pitti » Freitag 29. Dezember 2017, 15:59

Ich bin seit fast acht Jahren nicht mehr berufstätig. Ich habe meinen Beruf sehr geliebt und aktuell trage ich mich mit dem Gedanken, ob es nicht doch ein Zurück für mich geben kann. Ich weiß es noch nicht.
Yesterday's a closing door.
You don't live there anymore.
Say goodbye to where you've been.
And tell your heart to beat again.

Yesterday is history
Tomorrow is a mystery
Today is a gift

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Re: 51 Arbeit

Beitrag von Trazor » Sonntag 31. Dezember 2017, 13:41

Ich mache (nur) einen 400€ job. Aber den mache ich auch bereits seit 5 jahren und arbeite da sehe gerne. Soziale Tätigkeiten geben mir viel.
Bei der arbeit kann ich umschalten. Sobald ich rein komme sind meine eigenen Themen nebensächlich ich kann alles draußen lassen was mich betrifft und nur mich auf die Arbeit konzentrieren. In dem Wohnheim in dem ich Arbeite sind Forensiker. Und damit komme ich klar. Ich komm auf der Arbeit mit allem klar, was ich so im Normalfall nicht könnte. Keine Ahnung wie das funktioniert. Mich triggert auch nix. Alles ist ganz anders als sonst wäre cool wenn das so normal auch gehen würde.
Zuletzt geändert von Trazor am Montag 1. Januar 2018, 19:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 51 Arbeit

Beitrag von Tafel » Sonntag 31. Dezember 2017, 22:26

Arbeit ist für mich ein schwieriges Thema. Ich habe mich in Zeiten ohne Arbeit als nicht genügend empfunden. Wenn ich gearbeitet habe, gab es häufig Situationen, in denen ich mich überfordert gefühlt habe, weil ich entweder meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde oder das Gefühl hatte, den Erwartungen an mich nicht zu genügen. Momentan ist es auch wieder so, dass die Stundenzahl zu hoch ist. Vom Gefühl würde mir dauerhaft eine halbe Stelle völlig ausreichen. Bei mir spielen die Rahmenbedingungen eine sehr große Rolle. Wenn ich mich nicht wertgeschätzt und unterstützt fühle, breche ich innerlich (und irgendwann auch äußerlich) zusammen. Im Augenblick bin ich wieder sehr stark am Überlegen, meinen aktuellen Job abzubrechen, weil ich andauernd das Gefühl habe, dass es zu viel ist. Mir fehlt gerade wirklich so etwas wie Spaß und Freude. Es ist eigentlich immer nur der Gedanke da, was ich alles noch erledigen muss. Nun werde ich in 5 Wochen wechseln, so dass ich der neuen Schule und mir gerne die Chance geben möchte, ob es mir unter günstigeren Rahmenbedingungen besser geht oder das Gesamtpaket immer noch zu groß ist.

Ich habe einerseits zu hohe Ansprüche an mich und komme andererseits aber nicht zu Potte, um überhaupt irgendwelche Ansprüche zu erfüllen. Ich weiß manchmal nicht, wer oder was in mir mich permanent selber sabotiert. Ich habe beruflich verschiedene Dinge ausprobiert und dachte eigentlich, dass mein jetziger Job gut passt. Momentan fühlt es sich aber nicht so an. Mal sehen, wohin die Reise noch geht.

Und der finanzielle Aspekt spielt natürlich auch eine große Rolle. Ich war einige Jahre fast komplett abhängig von dem Vater meiner Kinder. Das möchte ich nicht nochmal haben.

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