42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

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Im Wochenthema wird jede Woche ein bestimmtes Thema besprochen.
sahara
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42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

Beitrag von sahara » Montag 16. Oktober 2017, 12:38

Die neue Woche hat begonnen, ein neues Thema steht an...
Heute habe ich mir über das Thema "Essen- Entwicklung gesunder Essgewohnheiten Gedanken gemacht.

Essen als lebensnowendiges tägliches "Immer wieder" ...
Alltagsstruktur beim Thema essen und Mahlzeiten- wie kann es besser gelingen

Essstörungen, die häufig bei einer komplexen PtBS vorhanden sind , zuviel oder zu wenig essen...., ungesund essen, Bulimie, ...
Ekel beim essen oder auch trinken...

Was gehen euch da für Gedanken durch den Kopf? Habt ihr das Essen als natürliches Alltagsritual integriert?

Was hat geholfen im Umgang mit dem Thema?
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

sahara
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Re: 42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

Beitrag von sahara » Mittwoch 18. Oktober 2017, 10:21

Essen.....
Für einige von uns inklusive mir ist es ein brisantes Thema.

Ich habe bemerkt, dass es da ganz unterschiedliche innere Bedürfnisse gibt. Kindliche Anteile, die alles in sich hinein stopfen. Vor allem Süßigkeiten unkontrolliert. Da einkaufen immer so eine Sache ist, ist es mir schon häufig passiert, dass im Wagen statt Gemüse oder den Dingen des Alltags plötzlich 7 Tafeln Schokolade liegen, 5 Tüten Gummibären, Pizza und andere Dinge. In solchen Zuständen ist der Einkauf nicht mehr kontrollierbar.
Mein Mann amüsiert sich da schon ab und an. Wenn das Zeug zu Hause ist, findet es allerdings natürlich dankbare Abnehmer, die dann zunehmen....

Gesundes essen geht für mich nur sehr strukturiert, was aus Energiemangel leider nicht so häufig ist. Der Tag vergeht und plötzlich ist es Nachmittag. Wieder nichts gekocht. Oder essen ist dann wie verboten. Esse ich dann, wird mir postwendend schlecht. Brechattacken sind dann möglich.

Bestimmte Lebensmittel lösen ebenfalls schlimme Brechattacken aus. Die meide ich aber intuitiv. Ganz selten passiert es, dass doch doch so etwas gegessen wird. Davon habe ich dann noch lange etwas.
Durch die Expositionen sind einige Dinge mittlerweile klarer. In der Kindheit gab es eben auch da sehr unschöne Dinge, wo das Kind gezwungen wurde, bestimmte Dinge zu essen oder zu trinken. Einiges konnte so entschärft werden.

Eine Zeit lang habe ich ein paar happen gegessen und dann wurde mir übel. Das ist gerade nicht so zum Glück. Momentan kann ich meine Essportion auch essen.
Essen hängt ja auch mit dem Gewicht zusammen. Und da liegt ein anderes Problem. Mal fühle ich mich zu dick und meist habe ich kein gutes Körpergefühl. Das realistische Bild zum eigenen Körper fehlt. Die Waage zeigt eine Zahl an, andere sagen, ach du bist aber dünn geworden, und im Innen ist jemand überzeugt total fett zu sein. .....
So ist das Essen nie ganz frei von inneren Zwängen.
Ich versuche mir einen Tagesstruktur zuzulegen. Frühstück auf jeden Fall in Ruhe und mit Kaffee und Zeitung. ein halbes Brötchen und ein Obst....
Mittag wird schon schwieriger.... das lasse ich in der Woche oft aus. Da esse ich zwischendurch Nüsse oder eben irgendetwas, was da gerade so da ist. Abendessen dann meist mit meinem Mann. Also so schlecht ist es gar nicht.....

Ich hätte gern mehr positive Gefühle beim Essen, Essen genießen.... Das Essen ist momentan eher eine Notwendigkeit.... eine Aufgabe.
Wenn sich kindliche Anteile melden und unbedingt einen Milchreis oder ein anderes Essen wollen, wird das meist unterdrückt. Daran möchte ich noch arbeiten. Essen nicht als Strafe oder als Zwang sehen....
Mein Esstempo ist leider auch nicht so toll. Ich schlinge innerhalb von ein paar Minuten das Essen hinunter. Meine Familie hat noch nicht mal richtig die ersten Bissen hinunter, da bin ich schon fertig. Früher, als ich im Berufsleben stand, war es vielleicht nötig, da man nie wusste wie viel Zeil man hat, wann der nächste Patient etwas möchte oder Hilfe braucht. Jetzt hab ich Zeit, aber kann es nicht gut ertragen ....

Nicht essen ist auch ab und an ein Thema. Dann geht plötzlich nichts mehr rein. Nur trinken geht....Es hält zum Glück nie sehr lange an. Und meinE Therapeutin meldet mir dann ein STOP signal. Wenn ich selbst dafür mal wieder die Wahrnehmung verloren habe....
Habe den Mut zu leben, denn sterben kann jeder (Frida Kahlo)

Fanti

Re: 42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

Beitrag von Fanti » Donnerstag 19. Oktober 2017, 07:10

Aus dem Thema bin ich raus, ich hatte nie Schwierigkeiten mit dem Essen, und eine Essstörung habe ich auch nicht.
Ich denke aber, es ist immer wichtig, sich neue Sicherheiten zu suchen, denn ich kenne viele Essstörungspatienten, die rückfällig werden, wenn es im Außen Veränderungen gibt.

Gast

Re: 42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

Beitrag von Gast » Donnerstag 19. Oktober 2017, 09:08

Ich esse häufig zu viel, habe auch oft mit Übelkeit zu tun. Ich wiege auch deutlich zu viel. Aber ich kann das meiste essen. Trinken ist schwerer, ich trinke oft zu wenig und vom Wasser trinken wird mir schlecht, weshalb ich oft auf cola ausweiche um wenigstens einen Liter am Tag zu schaffen.

Trazor
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Re: 42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

Beitrag von Trazor » Donnerstag 19. Oktober 2017, 09:17

Oh das als Gast war ich vergessen mich anzumelden entschuldigung.

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gospelsinger
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Re: 42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

Beitrag von gospelsinger » Donnerstag 19. Oktober 2017, 09:29

Ich habe (und hatte schon immer) massive Gewichtsprobleme. Vergleiche ich mich mit anderen, nehmen sie zu den Hauptmahlzeiten gut und gerne das doppelte zu sich. Ich bin immer schnell satt und kann nur kleine Mengen essen. Dennoch bin ich stark adipös. Von meinem 14. bis 21. Lebensjahr habe ich alle möglichen Diäten gemacht und die haben wohl meinem Stoffwechsel komplett kaputt gemacht. Ich lebe sehr bewusst, habe immer Zucker und Fett im Blick, bewege mich regelmäßig, trinke 2 - 3 Liter Wasser pro Tag. Mittlerweile haben verschiedene Ärzte, an die ich mich um Hilfe wandte, die Theorie, dass hier die Psyche wohl einen Schutzpanzer aufgebaut hat.

Das Thema Essen belastet mich sehr und ist auch für mein Selbstvertrauen ein großes Problem.
Die Gedanken sind es, die das Leben des Menschen glücklich oder unglücklich machen.
Marc Aurel

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Re: 42//Essen und Essstörungen...wie kann man für sich sorgen

Beitrag von fauna » Sonntag 22. Oktober 2017, 09:02

Essen ist latent ein Thema für mich, mit dem ich mich ganz bewusst nicht stressen möchte.

Leicht fällt es mir, mich so zu ernähren, dass es mir in meinem Körper wohl ist, ...
- ... wenn ich unterwegs in den Ferien bin. Dann habe ich genug Bewegung und einen ziemlich gut strukturierten Tagesablauf
- ... wenn ich in der Schule arbeite. Auch dort ist viel Struktur und wenig Gelegenheit zu viel zu essen
- ... wenn ich zu Hause ein einigermassen volles Programm habe oder viel zu tun

Schwieriger ist es für mich, ...
- ... wenn ich am Wochenende zu Hause bin und keine konkreten Pläne habe
- ... wenn ich abends nur vor dem TV hocke

Ich merke auch, dass ich mich an grössere Essmengen zu den Mahlzeiten gewöhnt habe, als mir tatsächlich gut tut. Hier möchte ich schrittweise mein Essverhalten ändern. Auch dort, wo es schwieriger ist für mich, so zu essen, wie es mir gut tut. (s.o.)

Leider vergesse ich bei meiner Arbeit in der Schule oft genügend zu trinken. Auch dort übe ich einen nächsten Schritt.

Ziele in meinem Essverhalten:
- Dreimal im Tag in Ruhe essen
- Langsam essen und das Essen geniessen
- 1,5 - 2 l Wasser oder Tee trinken
- Zucker mehr und mehr streichen, ausser in Früchten oder Getreide

Was ich schon hingekriegt habe:
- keine gesüssten Getränke
- Alkohol nur am Wochenende, möglichst nur ein Glas Rotwein abends zum Essen
- immer (fast...) geniesse ich ein Essen aus frischen Zutaten und mit sehr viel Gemüse und Salat
- Abends oft einfach eine Suppe (selbstgemacht und sehr lecker! :D ), sicher ein bis zwei Mal in der Woche
- Zwischendurch höchstens ein Apfel (meine Lieblingsfrucht)
- Früchte als Dessert (v.a. in dieser Saison Trauben)
- Praktisch keine Schokolade und ganz wenig andere Süssigkeiten einkaufen
- klare Entscheidung, dass ich lernen will, mich so zu ernähren, dass es mir wohl ist in meinem Körper und mir dafür Zeit geben und immer wieder Nachsicht üben

Einige Auslöser im Alltag sind einfach da, die in mir dann das Verlangen nach Essen ankicken. Auf die muss ich achten und mit ihnen umgehen lernen, wenn ich vorwärts kommen möchte. Ebenfalls ist es wichtig, lernen zu erkennen, wann ich am Tisch wirklich genug gegessen habe. Dies wird sich sicher bessern mit dem Slow down beim Essen.

Hey, ich bin zufrieden mit mir, auch wenn mein BMI leicht über 25 ist! Ich finde, dass ich einiges hingekriegt habe und auf einem guten Weg bin.
Wahrscheinlich tut mir auch die häufige Bewegung (Wandern, Berg steigen, Skitouren, Radfahren, Yoga, jede Treppe steigen statt Lift nehmen etc.) wirklich auch gut.
Vielleicht kann ich zu etwas Neuem beitragen. Vielleicht kann ich mehr Energie aufbringen und mehr teilhaben. Vielleicht besitze ich mehr Kraft, als ich mir vorstelle.

Vertrauen ist eine Entscheidung!

Ich bin ich - und ich mag mich! :)

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